Der Sommer meines Lebens - 25. Oktober 2010



Zwei Uraufführungen mit Klavierquintetten namhafter Komponisten aus München - Stefan Schulzki und Roland Leistner-Mayer - stehen in diesem Konzert auf dem Programm, außerdem das Klavierquintett von Thomas Adès. Das Konzert findet in Zusammenarbeit mit dem Tonkünstlerverband Augsburg-Schwaben statt.

Stefan Schulzki präsentiert das Ergebnis seiner Arbeit für das Kompositionsstipendium der Stadt München mit dem Titel „Klavierquintett - Der Sommer meines Lebens“ - einem Sommer mit vielen überraschenden und phantastischen musikalischen Wendungen, so viel steht jetzt schon fest. Die klassische Quintettbesetzung wird in Schulzkis Stück mit live-Elektronik ergänzt.

Roland Leistner-Mayers Quintett op. 121 wurde angeregt durch das Klavierquintett von A. Dvorak op. 81 und entstand im Jahr 2004/2005. Das 4sätzige, freitonale Werk mit klassisch-traditioneller Form ist gekennzeichnet von impulsiver, eruptiver Rhythmik im Kontrast mit lyrischen, weitgespannten melodischen Bögen. Die Satzbezeichnungen lauten Allegro agitato, Scherzo-Presto, Molto Adagio und Con Moto.

Das einsätzige Quintett op. 20 von Thomas Adès aus dem Jahr 2000 ist in strikter Sonatenform komponiert, mit Wiederholung der Exposition, bei der es sogar prima- und seconda-volta-Takte gibt. Dieser in den heutigen Kompositionstechniken kaum noch benutzte handwerkliche Griff hat Adès nach eigener Aussage besonders herausgefordert. Als Modell zog Adès Beethovens Klaviersonate op. 28, die Pastorale, heran, an deren Melodik die tonal grundierten Themen angelehnt sind. Ziel des Komponisten war es, ein Werk zu schreiben, das sich einerseits im klassischen Rahmen bewegt und andererseits komplizierteste metrische Prozesse zur Wirkung bringt. Vor allem in Exposition und Durchführung haben Streicher und Klavier über weite Strecken ein eigenes Metrum und Tempo. Adès benutzt Taktarten, die es eigentlich gar nicht gibt, wie 3/5, 3/6 oder 3/7.


Agnes Malich - Violine

Die Geigerin studierte in München bei Kurt-Christian Stier, bei Franco Gulli als Stipendiatin des DAAD an der Indiana University / Bloomington (USA), bei Sandor Vegh, Henryk Szeryng und Nathan Milstein. Stipendien des BDI und des Deutschen Musikrates Hessen, der Kulturförderpreis von Ingolstadt und andere Auszeichnungen standen am Beginn ihrer Konzerttätigkeit. Von 1991 bis 1994 war sie stellvertretende Stimmführerin der 2. Violinenin im Radio-Symphonie Orchester Berlin unter Vladimir Ashkenazy. Im Hartog-Quartett spielte sie 2. Violine. Darüber hinaus war sie im Haydn Ensemble Berlin unter der Leitung von Hans-Jörg Schellenberger. Seit 1999 ist sie stellvertretende 1. Konzertmeisterin der Augsburger Philharmoniker.

Jane Berger - Violine

Jane Berger hatte ihren ersten Violineunterricht bei Felix Khuner (Kolisch-Quartett) und bei Anne Crowden in Kalifornien. Als Stipendiatin schloss sie ihr Studium an der Eastman School of Music bei Sylvia Rosenberg ab. An der Music Academy of the West war sie 2. Konzertmeisterin des Festival Orchestra und 1. Preisträgerin des Kammermusikwettbewerbes. Sie nahm an Kursen bei Pinchas Zukerman, Zvi Zeitlin sowie bei dem Cleveland-Quartett teil. Sie ist seit 1983 Vorspielerin der 2. Violinen bei den Augsburger Philharmonikern. Nach Kursen bei Reinhard Goebel und Joshua Rifkin u.a. entwickelte sie eine vielfältige Konzerttätigkeit als Kammermusikerin und Mitglied verschiedener Barockorchester wie der Neuen Hofkapelle München, Bach-Collegium München u.a.. Eine Reihe von CD- und Rundfunkaufnahmen belegt ihre Arbeit mit diesen Ensembles. Sie war bei Festivals in Köln, Prag, Bozen und Salzburg und Göttingen zu hören und hat einen Lehrauftrag für Violine am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg.

Verena Würtele - Viola

Verena Würtele, geb. 1984, bekam den ersten Geigenunterricht im Alter von 6 Jahren in Marktoberdorf. Von 2004 bis 2010 studierte sie Viola an der Musikhochschule Freiburg bei Prof. S. Altenburger und Prof. Wolfram Christ. Meisterkurse besuchte sie bei Barbara Westphal, Roland Glassl, Volker Jakobsen und Hermann Menninghaus. Sie war Mitglied in mehreren Jugendorchestern wie der Jungen Deutschen Philharmonie und dem Gustav Mahler Jugendorchester, dabei arbeitete sie u.a. mit Christian Tetzlaff, Sol Gabetta, Antonio Pappano oder Jörg Wiedmann. Erfahrung mit Neuer Musik machte sie bei Kammermusikprojekten mit Ensemble Modern, Ensemble Boswil und dem Deutschen Musikrat beim Warschauer Herbst. Seit Mai 2010 ist sie Mitglied der Augsburger Philhamoniker.

Johannes Gutfleisch - Violoncello

Johannes Gutfleisch, geb. 1976, besuchte das Gymnasium bei St. Stephan in Augsburg. Er studierte nach einem Gaststudium am Augsburger Leopold-Mozart-Konservatorium bei Prof. Brunhard Böhme an der Hochschule für Musik "Franz Liszt" in Weimar und an der Hochschule Für Musik in Köln bei Claus Kanngiesser. Meisterkurse bei Harvey Shapiro und Wolfgang Boettcher sowie beim Abegg-Trio, beim Petersen-Quartett, beim Amadeus Quartett und anderen ergänzten seine Ausbildung.
Mit verschiedenen Kammermusikformationen war er z.B. beim Schleswig-Holstein-Musikfestival, beim Kunstfest „pèlerinages“ Weimar und beim Deutschen Mozartfest in Augsburg sowie im Bayerischen Rundfunk und im Deutschlandradio zu hören. Johannes Gutfleisch ist seit 2001 Vorspieler bei den Augsburger Philharmonikern. Er ist außerdem Gründer und Mitglied mehrerer Ensembles sowie künstlerischer Leiter und Organisator von Konzertreihen wie „Zukunft(s)musik“ und „Irdische Paradiese“.

Andreas Kirpal - Klavier

Andreas Kirpal studierte bei Arkadi Zenziper in Dresden und bei Vassily Lobanov in Köln und besuchte die Meisterklasse von Gerhard Oppitz in München. Zu seinen Mentoren zählt Andreas Kirpal auch den Londoner Klavierpädagogen Peter Feuchtwanger, dessen Meisterkurse er häufig besuchte.Seit seinem Debut an der Dresdner Semperoper ist Andreas Kirpal international gefragter Solist und Kammermusikpartner. Seine Konzerte führten ihn u.a. nach Paris, New York und Seoul. Aufnahmen entstanden mit mehreren Deutschen Radiosendern, 3Sat sowie Radio France. Sowohl als Solist als auch zusammen mit seinem Bruder Stefan Kirpal errang er mehrmals internationale Preise. Seine CD mit Violinsonaten von Weinberg (cpo) erhielt im Januar 2010 den begehrten Diapason d´Or. Andreas Kirpal lehrt an den Musikhochschulen in München und Nürnberg.

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